Süßstoffe und Kinder

Süßstoffe und Kinder

Die Vorliebe für den süßen Geschmack ist angeboren. Deshalb lieben Kinder Süßigkeiten. Süße Lebensmittel zu verbieten, wäre sicherlich der falsche ernährungspädagogische Weg. Allerdings sollten Eltern ihre Kinder dazu anleiten, Speisen und Getränke nicht übermäßig zu süßen und die natürliche Süße von Obst und Säften zu genießen.

Es ist wichtig, schon in der Kindheit einer Über- oder Fehlernährung vorzubeugen. Kinder essen häufig zu viel, zu fett und zu süß. Dabei kommen Lebensmittel mit einem ausreichend hohen Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen auf dem Speiseplan zu kurz. Zusätzlich mangelt es vielen Kindern an sportlicher Bewegung. Deshalb leiden bereits Kinder oft an Übergewicht, auch wenn sie relativ viel Energie für ihr Wachstum und ihre Entwicklung benötigen. Eltern sollten daher grundsätzlich die Ernährung ihrer Kinder im Auge behalten und z.B. eine Gewöhnung an einen übermäßig süßen Geschmack vermeiden. Bei Kindern, die zu Übergewicht neigen, bilden eine ausgewogene Mischkost und ein gelegentlicher Verzehr von süßstoffgesüßten Produkten, zusammen mit viel Bewegung, eine gute Basis für ein gesundes Leben.

Süßstoff als Alternative zum Zucker

Wenn es aber ohne Süßen nicht geht, wie etwa bei Limonaden oder Kaugummis, dann können auch Kinder von den Süßstoff-Varianten dieser Produkte profitieren. Gegenüber zuckerhaltigen Süßigkeiten bieten sie den Vorteil, dass sie nicht den Zähnen schaden und auch den „Babyspeck“ nicht wachsen lassen. Wissenschaftler der Harvard School of Public Health stellten einen engen Zusammenhang zwischen dem Konsum gesüßter Getränke und Übergewicht bei Kindern fest. An der Studie nahmen 548 Kinder im Alter zwischen elf und zwölf Jahren teil. Die Kontrollerhebungen und Untersuchungen nach 19 Monaten belegten: Je mehr mit Zucker gesüßte Getränke von Kindern konsumiert wurden, umso mehr nahmen die Kinder zu – unabhängig von ihren sonstigen Verzehrsgewohnheiten. Kinder, die ihren Getränkebedarf mit Wasser und/oder süßstoffgesüßten Produkten gedeckt hatten, entwickelten dagegen kein Übergewicht. Süßstoffe sind auch für Kinder gesundheitlich zuträglich, wenn sie – wie alles – in Maßen verzehrt werden.

Wie viel Süßstoff ein Kind täglich unbedenklich aufnehmen kann , lässt sich mit den ADI-Werten (ADI = Accectable Daily Intake) ausrechnen. Sie bezeichnen die Menge eines Zusatzstoffes in Milligramm pro Tag und pro Kilogramm Körpergewicht, die ohne Bedenken über die gesamte Lebenszeit aufgenommen werden kann. Es handelt sich hierbei nicht um einen Grenzwert, der die Verträglichkeit oder gar die Toxizität definiert, es ist vielmehr eine Art Sicherheitsgarantie, die auf den täglichen, lebenslangen Konsum ausgerichtet ist. Da sich die ADI-Werte auf das Körpergewicht beziehen, sind die zuträglichen Konsummengen für Kinder allerdings niedriger als für einen Erwachsenen. Bei der Erstellung der ADI-Werte wurde ein 100-facher Sicherheitszuschlag einkalkuliert, der speziell empfindliche und besonders schutzbedürftige Verwender wie Kinder, Kranke oder ältere Personen berücksichtigt.

In nachfolgender Tabelle sind die Mengen der einzelnen Süßstoffe angegeben, die Personen mit entsprechendem Körpergewicht ein Leben lang jeden Tag bedenkenlos aufnehmen dürfen. Außerdem ist der Tabelle zu entnehmen, welche Menge Zucker dadurch ersetzt werden kann.

Übersicht

Täglicher ADI-Wert pro kg Körper- gewichtAcesulfam (9 mg)Aspartam (40 mg) Cyclamat (7 mg)Saccharin (5 mg)Neohes- peridin DC (5 mg)Sucralose (15 mg)
Kleinkind (15 kg)135 mg600 mg105 mg75 mg75 mg225 mg
= Zucker- äquivalent27 g120 g3,6 g41 g45 g135 g
Kind (30 kg)270 mg1.200 mg210 mg150 mg150 mg450 mg
= Zucker- äquivalent54 g 240 g7,4 g82 g90 g270 g
Kind (45 kg)405 mg1.800 mg315 mg225 mg225 mg675 mg
= Zucker- äquivalent81 g360 g11 g123 g135 g405 g
Erwachsene (70 kg)630 mg2.800 mg490 mg350 mg350 mg1.050 mg
= Zucker- äquivalent126 g 560 g17 g193 g210 g630 g

Der Begriff „Zuckeräquivalent“ bezeichnet die Menge an Zucker, die eingesetzt werden muss, um dieselbe Süßkraft zu erzielen, wie sie die angegebene Süßstoffmenge erzeugt.

Kindern die richtige Ernährung beibringen

Der natürliche Süßstoff Thaumatin ist nach langer Prüfung auch in hohen Dosen als absolut sicher erklärt worden, daher wurde kein ADI-Wert festgelegt.

Der ADI-Wert für Aspartam-Acesulfam-Salz ergibt sich aus den beiden ADI-Werten von Aspartam und Acesulfam.

Es ist wichtig, schon in der Kindheit einer Über- oder Fehlernährung vorzubeugen. Kinder essen häufig zu viel, zu fett und zu süß. Dabei kommen Lebensmittel mit einem ausreichend hohen Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen auf dem Speiseplan zu kurz. Zusätzlich mangelt es vielen Kindern an sportlicher Bewegung. Deshalb leiden bereits Kinder oft an Übergewicht, auch wenn sie relativ viel Energie für ihr Wachstum und ihre Entwicklung benötigen. Eltern sollten daher grundsätzlich die Ernährung ihrer Kinder im Auge behalten und z.B. eine Gewöhnung an einen übermäßig süßen Geschmack vermeiden. Bei Kindern, die zu Übergewicht neigen, bilden eine ausgewogene Mischkost und ein gelegentlicher Verzehr von süßstoffgesüßten Produkten, zusammen mit viel Bewegung, eine gute Basis für ein gesundes Leben.

Wie sieht es in Ihrer Familie mit der Bewegung aus? Machen Sie den Test:

Mit dem neuen Sitz-Check von peb* können Familien ihr Sitzverhalten und ihr Wissen zum Sitzenden Lebensstil hinterfragen. Innerhalb kurzer Zeit erhält jede Familie die Einschätzung ihres Sitz-Typs und entsprechende Empfehlungen für den Alltag. Hier gelangen Sie zum Sitz-Check.

*Die Plattform Ernährung und Bewegung e. V. (peb) ist ein Zusammenschluss von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Sport, Eltern und Ärzten. Über 100 Partner setzen sich aktiv für eine ausgewogene Ernährung und mehr Bewegung als wesentliche Bestandteile eines gesundheitsförderlichen Lebensstils bei Kindern und Jugendlichen ein.

Süßstoffe verursachen keine Karies, denn die Mundbakterien können Süßstoffe nicht zu Säuren vergären, die dann die Zähne angreifen.

Die mineralischen Substanzen des Zahnschmelzes sind unter neutralen Bedingungen äußerst beständig.

Die Bakterien im Zahnbelag, der sich übrigens auch in den Phasen bildet, wenn keine Nahrung zugeführt wird, wandeln alle zerlegbaren Kohlehydrate – insbesondere Zucker und Stärke – in Säuren um. Je häufiger und länger die Zähne mit Kohlenhydraten in Berührung kommen, um so eifriger werden die Bakterien im Mund. Wie schnell und gründlich die entstehenden Säuren ihr zerstörerisches Werk verrichten, das hängt auch davon ab, in welchem Allgemeinzustand die Zähne sind und wie sorgfältig sie gepflegt werden.

Da Süßstoffe frei von vergärbaren Kohlenhydraten sind, liefern sie den Mundbakterien keinen Nachschub für die Säureproduktion. Speisen und Getränke mit Süßstoff vermindern deshalb das Kariesrisiko. Zur Geschmacksverbesserung von fluoridhaltigen Mund- und Zahnpflegeprodukten eingesetzt, unterstützen sie sogar die Kariesprophylaxe. Denn wohlschmeckende Zahnpasten und Mundwässer werden bekanntlich konsequenter und in kürzeren Intervallen angewendet – insbesondere von Kindern – als Produkte, die allzu medizinisch schmecken.

Hier finden Sie unseren Mythen-Checker zum Thema Süßstoff:

Süßstoff und Diabetes – Süßungsmittel sind eine gute Alternative

Eine gesunde Lebensweise bedeutet neben reichlich Bewegung auch eine ausgewogene und gesunde Ernährung. Immer im Blick zu halten ist dabei der tägliche Zuckerkonsum. Zwar ist Industriezucker für Diabetiker schon lange kein vollständiges Tabu mehr, doch sollte er nur in Maßen eingenommen werden. Grundsätzlich gilt: nicht mehr als 50 Gramm Zucker am Tag, inklusive dem Fruchtzucker. Wer es also gerne süß mag, muss sich da einschränken. Doch Süßstoffe bieten Diabetikern eine gute Alternative.

Süßstoff und Diabetes – ein Stück mehr Lebensqualität

Sind Süßstoffe schädlich für Diabetiker oder entsteht Diabetes sogar durch Süßstoff? –Aufgrund zahlreicher Gerüchte stellen sich Betroffene häufig diese Fragen. Doch bislang gibt es keinen Nachweis dafür, dass Süßstoff in haushaltsüblichen Mengen gesundheitsschädlich ist. Aus diesem Grund sehen unter anderem das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) keinen Grund, vor Süßstoffen zu warnen. Und auch Ärzte raten bei Diabetes dazu einen Großteil des Zuckers durch alternative Süßungsmittel zu ersetzen. Denn Süßstoffe, wie unter anderem Aspartam, Cyclamat und Saccharin, sind gut untersuchte Substanzen. Laut der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) sind Süßstoffe nach derzeitigem Erkenntnisstand sogar gesünder als Fruchtzucker, der den Blutzuckerspiegel erhöht und die Blutfette ungünstig beeinflusst.

Süßstoff und Diabetes – maßvoller Verzehr von Süßungsmitteln ist völlig unbedenklich

Die künstlich hergestellten Süßungsmittel besitzen eine sehr hohe Süßkraft und es reichen bereits geringe Menge aus, um den gleichen süßen Geschmack wie mit Zucker zu erreichen. Ihr besonderer Vorteil: Sie besitzen einen sehr geringen Energiegehalt, die den Blutzucker nur gering oder sogar überhaupt nicht erhöhen. Dennoch bedeuten Süßungsmittel für Diabetiker keinen Freifahrtschein, denn mit Süßstoff gesüßt ist nicht gleich „kalorienfrei“. So nimmt, wer beispielsweise von einem mit Süßstoff gesüßten Kuchen die doppelte Portion isst, natürlich auch die doppelte Kalorienmenge auf. Und auf genau die kommt es bei Diabetikern an. Gerne vergessen wird auch, dass Kalorien über Getränke aufgenommen werden. Somit sollte auch hier in erster Linie auf Wasser und ungesüßten Tee zurückgegriffen werden. Light Getränke und Flüssigsüße im Kaffee und Tee können eine Abwechslung bieten.

Hier finden Sie unseren Mythen-Checker zum Thema Süßstoff:

Häufige Irrtümer

Fragen & Antworten

Süßstoff-Blog

Kontakt
Süßstoff-Verband e.V

Postfach 90 60 85, 51127 Köln
+49 (0) 2203 20 89 45