Zu verstehen, wie unsere Ernährung unsere Geschmackspräferenzen prägt, ist eine zentrale Frage in der Ernährungswissenschaft. Insbesondere der süße Geschmack hat aufgrund seiner phylogenetischen, also in der evolutionären Entwicklung des Menschen verankerten Wurzeln großes Interesse in der Forschung geweckt. So ist bekannt, dass unser Appetit auf Süßes angeboren ist, sich bereits vor der Geburt ausprägt und weltweit in allen Altersgruppen und Kulturen beobachtet wird.
Entgegen weit verbreiteter Annahmen gibt es jedoch nur wenige hochwertige Forschungsarbeiten, die untersucht haben, ob der regelmäßige Verzehr von mehr oder weniger süß schmeckenden Lebensmitteln einen bedeutenden Einfluss darauf hat, wie sehr wir Süße genießen oder wie empfindlich wir dafür sind. Genau das wurde in der Sweet Tooth Trial erforscht, einer groß angelegten, randomisierten, kontrollierten Studie (RCT), die im „American Journal of Clinical Nutrition“ veröffentlicht wurde.
Durch die strenge Kontrolle der Exposition der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gegenüber Süßem in ihrer Ernährung über einen Zeitraum von sechs Monaten und die detaillierte Erfassung sensorischer, verhaltensbezogener und metabolischer Ergebnisse wollten die Forschenden eine grundlegende wissenschaftliche Frage beantworten: Verändert eine langfristige Exposition gegenüber Süßem die Art und Weise, wie Erwachsene den süßen Geschmack wahrnehmen und bevorzugen?