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Folge #09: Was steckt hinter Allergien?

Zu Gast: Allergie-Expertin Ute Körner

In unserer heutigen Episode „so! was? süßes.“ befassen wir uns mit dem Thema Allergien und Lebensmittelunverträglichkeiten. Auch Süßstoffen wird immer wieder nachgesagt, dass sie für einige Personengruppen schwer verträglich sind. Doch stimmt das wirklich?

Um dem Thema auf den Grund zu gehen, haben wir Allergie-Expertin Ute Körner zu uns in den Podcast eingeladen und mit Fragen gelöchert: Was sind Allergien eigentlich und wie entstehen sie? Was passiert mit meinem Körper, wenn er allergisch reagiert? Und: Kann man wirklich allergisch gegen Süßstoffe sein?

Wenn euch die Antworten interessieren, dann hört unbedingt rein!

All das erfahrt ihr in der aktuellen Folge unseres neuen Podcasts zu süßer Ernährung.

Viel Spaß beim Hören.


Transkription der Folge:

Sophie Samrock Hallo und herzlich willkommen zu so! was? süßes. dem Podcast rund um das Thema Süße. Wir freuen uns sehr, dass ihr heute wieder eingeschaltet habt. Mein Name ist Sophie Samrock. Mit mir im Studio ist heute wieder unsere Ernährungs- und Süße Expertin Anja Roth. Hallo Anja. Außerdem haben wir heute Ute Körner bei uns zu Gast. Herzlich willkommen!

Ute Körner Dankeschön für die Einladung.

Sophie Samrock Wir freuen uns sehr, dass wir Sie heute als Expertin mit an Bord haben. Und Sie und Anja Roth kennen sich ja auch schon eine Weile, richtig.

Ute Körner Wir arbeiten schon viele Jahre zusammen.

Sophie Samrock Vielleicht können Sie sich einmal noch kurz für unsere Hörerinnen und Hörer vorstellen.

Ute Körner Mein Name ist Ute Körner. Ich bin diplomierte Ökotrophologin und habe mich seit über 30 Jahren auf das Thema Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkeiten spezialisiert. Ich habe eine eigene Praxis in Köln mit Patienten, vor allem mit diesen Erkrankungen. Ich bin Buchautorin.

Sophie Samrock Wir haben Sie deshalb heute auch als Expertin eingeladen, denn es soll in dieser Folge um das Thema oder die Frage gehen: Lösen Süßstoffe Allergien aus?

Anja Roth Ja, dazu gibt es immer wieder Schlagzeilen. Kommentare, Süßstoffe lösen Allergien aus, die machen Durchfall, die machen Magen-Darm-Probleme. Und deswegen erst mal die Frage an dich, Ute: Was ist überhaupt eine Allergie?

Ute Körner Eine Allergie ist eine Überempfindlichkeit. Eine Reaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Substanzen. Und zwar Substanzen aus unserer Umwelt, wie zum Beispiel Pollen oder auch Nahrungsmittel. Entscheidend ist hier das Immunsystem ist mit involviert. Erst bei mehrfachem Kontakt kommt es allerdings  zu allergischen Reaktionen. Symptome einer Allergie betreffen vor allem die Haut, zum Beispiel in Form einer Nesselsucht oder Schwellungen, Juckreiz aber auch ein sogenanntes orales Allergiesyndrom (OAS). Das vor allem Pollen Allergiker, die zum Beispiel rohe Äpfel oder Haselnüsse nicht gut vertragen, als Symptom haben. Außerdem allergischer Schnupfen. Es geht ja nicht nur um Nahrungsmittelallergien, sondern Allergien können sich zum Beispiel auch als allergische Schnupfen auf Hausstaubmilben, Tierhaare oder Pollen äußern. Kinder haben mehr gastrointestinale Symptome, das heißt Bauch, Beschwerden, Erbrechen, Durchfall. Das ist bei Erwachsenen seltener und wenn, dann auch eher in Kombination mit den anderen Symptomen. Die häufigsten Allergien werden durch den IgE Antikörper vermittelt. Das ist ein Faktor im Immunsystem, das sogenannte allergische Sofort-Reaktionen auslöst. Es bedeutet angenommen, ich esse jetzt einen rohen Apfel, auf den ich allergisch reagiere, dann ist innerhalb von wenigen Minuten juckt mir der Mund oder schwillt sogar ein bisschen an. Das ist eine allergische Sofort-Reaktion. Bei der Nahrungsmittelallergien unterscheidet man auch noch primäre und sekundäre Nahrungsmittelallergien. Also zum Beispiel jetzt, wenn du ein Kind hast, das allergisch reagiert auf Milch oder Eier, dann ist das in der Regel eine primäre Allergie, die entsteht über den Magen-Darm-Trakt. Dann gibt es aber vor allem bei Erwachsenen und Jugendlichen auch sekundäre Nahrungsmittelallergien. Da ist erst mal eine andere Allergie davor. Also beispielsweise hat derjenige eine Pollen Allergie auf Birken, Pollen zum Beispiel und reagiert infolgedessen dann auf Äpfel, also überhaupt rohes Obst oder rohe Nüsse. Zum Beispiel.

Anja Roth Ist das auch das, was man so als Kreuzallergie versteht?

Ute Körner Ja, genau.

Anja Roth Was sind das denn für Lebensmittelinhaltsstoffe, die die meisten Allergien auslösen? Was würdest du sagen?

Ute Körner Das sind Eiweiße oder Eiweiß Verbindungen und diese sind eben natürliche Art und keine künstlichen Stoffe, so wie wir sie natürlicherweise in der Umwelt finden. In Nahrungsmitteln zum Beispiel, aber auch in Pollen. Diese Eiweiße verbinden sich mit sogenannten Antikörpern und führen dann zu einer allergischen Reaktion.

Anja Roth Was sind also die heftigsten Auslöser? Was begegnet dir in der Praxis am häufigsten?

Ute Körner Da muss man unterscheiden zwischen Kinder und Erwachsenen. Im Kindesalter sind die häufigsten Auslöser Milch und Ei, gefolgt von Weizen, Soja, aber auch Nüsse, insbesondere einer Erdnuss oder die Schalenfrüchte. Erwachsenenalter sind die häufigsten Allergien, Pollen-Allergien oder Pollen assoziierte Nahrungsmittelallergien, wenn ich jetzt von Nahrungsmitteln spreche und können, aber im Erwachsenenalter aber auch Allergien zum Beispiel auf Fisch oder Meeresfrüchte auftreten. Eine andere Form, die gar nicht so selten ist, ist zum Beispiel eine ganz besondere Form der Weizen-Allergie, die nur in Kombination mit Anstrengung oder z.B. Medikamenten auftritt.

Anja Roth Okay, jetzt hast du gerade gesagt, man unterscheidet zwischen Kindern und Erwachsenen. Kann so eine Allergie auch weggehen? Also kann es sein, dass ein Kind eine Allergie hat, und die hat es dann als Erwachsener nicht mehr? Oder bleibt es für immer?

Ute Körner Also gerade die Allergien im Kindesalter verschwinden oft wieder. Belegt ist das für Milch und Ei. Rund 80 Prozent der Kinder verlieren spätestens zum Schulalter diese Allergie. Das heißt, es entsteht eine Toleranz.

Anja Roth Aber kann man jetzt sagen, wenn ich 30 wäre: Oh, ich bin Allergiefrei und ich kriege das auch nicht?

Ute Körner Das kommt sehr auf die Allergie-Form drauf an. Es gibt zum Beispiel sehr starke Allergien. Nehmen wir mal die Erdnuss Allergie. Jemand, der im kindes- oder jugendlichen Alter eine Erdnuss Allergie erwirbt, behält die meist sein Leben lang. Bei Pollen assoziierten Nahrungsmittelallergien, beobachtet man auch schon mal, dass die irgendwann im späteren Alter wieder verschwinden. Sie können sich aber auch wieder ausweiten. Das ist sehr unterschiedlich.

Anja Roth Kann ich die dann noch ganz neu bekommen? Also im höheren Alter, ab 50 Jahren, oder bin ich jetzt sicher? Bin ich safe?

Ute Körner Auf jeden Fall. Ich habe Patienten, die sind weit über 60 oder 70, die erstmals eine Allergie bekommen. Und ich höre dann immer wieder „Ja, das habe ich noch nie gehabt. Ich habe das immer vorher vertragen.“ Das kann ganz plötzlich kommen. Ursachen können zum Beispiel sein bestimmte Medikamenteneinnahme, die die Verdauungssituation verändern. Ich nenne da zum Beispiel Magensäure Hemmer.

Anja Roth Ja okay, also das kann man wirklich durch neue Umstände bekommen. Jetzt hast du auch eben am Anfang gesagt, dass man auch nicht bei einem Erstkontakt eine Allergie bekommt. Wie oft muss man denn mit sowas mindestens in Kontakt kommen, damit man eine Allergie entwickeln kann?

Ute Körner Ich nehme jetzt mal das Beispiel der Kuhmilch-Eiweiß-Allergie im Kindesalter. Wenn ein Säugling gestillt wird, entwickelt es in der Regel keine Allergie. Und dann, aus welchen Gründen auch immer, füttert die Mutter zum Beispiel jetzt eine Säuglingsnahrung auf Kuhmilch-Basis. Wenn das jetzt sehr früh passiert oder passieren muss, kann es sein, dass das Kind dann eine Allergie entwickelt. Aber oft hat es die Flasche zwei, dreimal mindestens bekommen und dann kommen erst die allergischen Symptome. Das kann auch Monate sein. Bei Erwachsenen beobachtet man auch zum Beispiel, dass das auch nach Jahren erst auftreten kann.

Sophie Samrock Also man kann sich nicht wirklich davor schützen, gegen etwas allergisch zu werden.

Ute Körner Doch man kann sich in gewissem Maße davor schützen. Also es spielt einmal die genetische Veranlagung eine große Rolle. Manchmal kann man alles tun, präventiv und man bekommt trotzdem eine Allergie. Beispielsweise wenn beide Eltern allergisch sind, dann ist die Wahrscheinlichkeit recht groß, dass das Kind irgendwann auch eine Allergie bekommt. Das muss es aber nicht unbedingt schon im Kindesalter bekommen, sondern kann auch später passieren. Ich sprach gerade von einer genetischen Veranlagung, wo man leider nicht viel gegen tun kann. Aber wo man schon etwas machen kann, ist zum Beispiel die Entwicklung von frühkindlichen Allergien, in dem die Mutter zum Beispiel eine normale Geburt hat statt Kaiserschnitt. Das fördert nämlich eine bestimmte Darmflora bei dem Kind, genauso auch das Stillen. Außerdem wird durch eine ausgewogene und vielfältige Ernährung ebenfalls die Darmflora entsprechend stimuliert, einen günstigen Effekt auf das Immunsystem zu haben. Gegenstand der Forschung in den letzten Jahren ist vor allem die Darmflora. Auch in Bezug auf die Entwicklung von Allergien. Beispielsweise hat man herausgefunden, dass es sehr wichtig ist, dass die Darmflora eine ausgewogene Zusammensetzung hat, sodass pathogene, also krankmachende Keime eher verdrängt werden und dass sie auch sehr vielfältig zusammengesetzt ist. Und da kommt auch die Ernährung mit ins Spiel, wenn Kinder zum Beispiel gestillt werden, wenn sie eine Beikost bekommen. Ab dem fünften Monat, die sehr vielfältig zusammengesetzt ist und auch im späteren Lebensalter ist eine ausgewogene Ernährung sehr wichtig für die Darmflora. Viel Gemüse, Ballaststoffe spielen hier eine große Rolle, damit die Darmflora ausgewogen, vielfältig zusammengesetzt ist. Und das wiederum wirkt sich auf das Immunsystem aus, denn im Darm ist quasi eine Einheit mit der Darmflora, unsere Darmschleimhaut. Und darin sitzt das Immunsystem und man weiß das zum Beispiel von Maus-Studien, wenn man die Mäuse ohne Immunsystem im Darm aufwachsen lässt und wenn man die Mäuse ohne Bakterien aufwachsen lässt, dann sterben sie, weil sie kein Immunsystem ausbilden können.

Anja Roth Ist das denn eigentlich nur so ein Gefühl oder ist in den letzten Jahren so das Thema Allergie größer geworden? Oder sind mehr Menschen von Allergien betroffen? Oder ist das jetzt nur so Gefühl oder gibt es da Zahlen?

Ute Körner Wenn man Häufigkeit Zahlen sich anguckt, ist nach wie vor so, dass Nahrungsmittelallergien so um die 4 Prozent herumliegen. Wenn man dagegen Nahrungsmittel Unverträglichkeiten anguckt wie Laktoseintoleranz oder Fructose Unverträglichkeit, liegen wir so bei 20 bis 30 Prozent. Wenn wir uns Arten wie Allergien ansehen. Dazu gehören ja Pollen, Hausstaubmilben, zum Beispiel Tier-Allergien. Da liegen wir mittlerweile so gut bei 30 Prozent der Bevölkerung, die betroffen sind.

Anja Roth So viele Hausstaub in den Haushalten.

Ute Körner Ja, bei der Entwicklung von Allergien spielt A Kontakt eine Rolle. Also was essen wir und wie ausgewogen essen wir? Das bedeutet jetzt nicht zwangsläufig, dass ich, wenn jede Woche eine Kiwi Essen Allergie bekomme. Würde ich aber gar keine Kiwi essen, bekomme ich natürlich auch keine Allergie gegen die Kiwi. Das ist zum Beispiel eins, dass diese Rolle der Exposition. Das weiß man aus den Studien mit den neuen Bundesländern. Wo es früher keine Kiwis zu kaufen gab, gab es auch keine. Da gab es keine Allergie. Und später haben die genauso wie in den alten Bundesländern auch Kiwi Allergien entwickelt. Also die Exposition spielt eine Rolle.

Anja Roth Können denn Süßstoffe überhaupt so eine Allergie auslösen?

Ute Körner Süßstoffe zählen ja zu den Zusatzstoffen. Und ich hatte ja vorhin schon ausgeführt, dass Nahrungsmittelallergien vor allem auf Eiweiße beruhen, auf allergische Reaktion gegen Eiweiße zustande kommen. Und Süßstoffe würde ich dann eher oder eine Allergie gegen Süßstoff würde ich dann eher zu den sogenannten pseudo allergischen Reaktionen zählen. Aber pseudo allergische Reaktionen insgesamt gesehen sind sehr sehr selten. Etwa einer von 10000 Personen reagiert im Sinne einer Pseudo-Allergie. Was ist eine Pseudo-Allergie. Da ist das Immunsystem nicht so involviert, wie wir das bei den klassischen Allergien kennen. Es werden auch keine IgE-Antikörper gebildet. Es läuft etwas komplizierter ab und ist vor allem im Gegensatz zu der echten Allergie ganz stark Mengenabhängig. Also haben wir noch einen weiteren Faktor A selten. Und B ist auch Dosis abhängig von der Menge abhängig. Und die häufigsten Pseudo-Allergien entwickeln sich gegen Medikamente. Da ist es auch am höchsten bekannt geworden. Später hat man dann mal entdeckt, dass es bestimmte Farbstoffe sind. Das erste was ich in der Diskussion war, war, dass Tatrazin. Heute weiß man, wenn Zusatzstoffe überhaupt eine Rolle spielen, dann sind es vor allem Benzoesäure-Verbindungen. Das sind Konservierungsstoffe und Farbstoffe, insbesondere also Farbstoffe. Und ich habe in mehr als 30 Jahren zwei Fälle gehabt mit Benzoesäure-Allergie und noch keinen einzigen, der auf Süßstoffe allergisch reagiert. Ich würde das als extrem selten einordnen.

Anja Roth Okay, danke für die Erklärung. Es gibt da noch einen Zusammenhang oder noch so ein Mythos. Da wird über photoallergische Reaktionen auf Cyclamat gesprochen. Das taucht schon mal in der Literatur auf. Das liest man immer mal wieder im Internet. Kannst du was zu sagen, wo das herkommt oder was dahintersteckt?

Ute Körner Es ist eine photoallergische Reaktion ist zum Beispiel bekannt als Hautreaktion nach Einnahme von bestimmten Medikamenten oder auch Kontakt mit Kosmetika oder Parfüms. Und in Kombination mit UV-Strahlung mit Cyclamat gibt es keine wirkliche gute wissenschaftliche Studie, die diese Behauptung bestätigen könnte.

Anja Roth Ich glaube, das waren so Studien in den 60er Jahren, aber es hält sich tapfer.

Ute Körner Es gibt immer wieder Mythen, die weiter erzählt werden, die aber tatsächlich einer wissenschaftlichen Beobachtung oder gar Studie nicht standhalten können. Da kann man sich zum Beispiel auch informieren auf der Seite vom Deutschen Allergien und Asthma Bund. Die haben da auch was zu diesen photoallergischen Reaktionen geschrieben.

Anja Roth Das ist ja ein ganz wichtiger Hinweis. Beim Deutschen Allergie und Asthma Bund findet man wirklich eine Vielzahl an Informationen.

Ute Körner Auch sollte man jetzt den Verdacht haben, dass man auf Süßstoffe reagiert, allergisch reagiert. Dann würde ich immer raten, im Zweifel einen Hautarzt aufzusuchen. Am besten einer, der sich auch auf Allergien spezialisiert hat. Meistens steckt etwas anderes dahinter und im Zweifel wird zum Beispiel wird Cyclamat auch in der Zutatenliste genannt. Und da kann man auch entsprechend auf das Etikett schauen. Süßungsmittel sind ja Kennzeichnungspflicht.

Anja Roth Genau die stehen auf jeden Fall immer auf dem Etikett drauf. Auch genau welcher Süßstoff das ist.
Erklär uns doch noch mal bitte, wie überhaupt so eine allergische Reaktion im Körper abläuft. Wie kann ich mir das vorstellen?

Ute Körner Wir hatten ja vorhin schon mal gesagt, dass ein mehrmaliger Kontakt notwendig ist. So beim ersten Kontakt mit der Kiwi oder beim Kind mit Milch Eiweiß passiert noch gar nichts. Es muss sich eine sogenannte Sensibilisierung aufbauen. Das heißt, der Körper bildet bei entsprechender genetischer Veranlagung anderen Umweltfaktoren auf einmal IgE Antikörper. Und diese Antikörper sind auch im Blut nachweisbar sind durch den Test und durch den Bluttest, Allergie-Bluttest nachweisbar. Aber das bedeutet noch nicht, dass derjenige auch allergisch reagiert, sondern erst nach mehrmaligen Kontakt irgendwann.Es kann auch Jahre dauern. Dann binden sich diese Antikörper an sogenannte Mastzellen. Mastzellen in Schleimhäuten, wie zum Beispiel in der Mundschleimhaut oder in den Atemwegen oder in der Darmschleimhaut. Und wenn sich dort die Allergene an diese Antikörper koppeln, erst dann kommt es zur allergischen Reaktion. Man muss sich das vorstellen, als würde ein Schlüssel eine Tür aufschließen. Und dann wird durch diese Antigen, Antikörper Reaktion, also durch die Reaktion zwischen Antikörper und dem Allergen wird Histamin freigesetzt und andere Stoffe, entzündungsfördernde Stoffe. Und bei dem Histamin führt das dann je nach Organ, wo es auftritt, zum Beispiel in der Haut zu Juckreiz, im Darm zu Unwohlsein, Bauchschmerzen, Erbrechen. In den Atemwegen z.B. zum Asthmaanfall oder wo es zu Fließschnupfen kommt.

Anja Roth Was würdest du denn jemandem raten, der das Gefühl hat, er hat eine Allergie? Also wie kriegt man es wirklich raus, ob ich eine Allergie habe oder nicht?

Ute Körner Ich würde erst mal empfehlen, Tagebuch zu führen, um die Situation ein bisschen einzugrenzen und dann damit zu einem allergologisch spezialisierten Arzt zu gehen. Das kann Internist, das kann Kinderarzt sein. Das kann auch ein HNO-Arzt sein, der dann Allergie-Tests vornimmt. Der Allergologe oder spezialisierte Arzt macht einen Hauttest. Man nennt ihn auch Prick-Test, wo das Allergen mit der Haut leicht reingepackt wird. Das tut gar nicht weh und im Zweifel nimmt er auch dann noch mal Blut ab, um auf diese Antikörper im Blut zu gucken, ob da welche sind. Und wenn beides jetzt im Einklang mit der Anamnese steht, das heißt, was der Patient beobachtet hat, was er dem Arzt erzählt, worauf er allergisch, wo er vermutet, allergisch drauf zu reagieren, dann haben wir vielleicht darüber den Auslöser entdeckt. Aber es ist leider nicht immer so einfach. Und dann empfehle ich doch hier noch mal eine Ernährungsberatung Fachkraft aufzusuchen.

Anja Roth Ja, ich höre das auch immer ganz häufig, dass nicht nur eine Allergie gegen ein Bestandteil, sondern wirklich manchmal so eine ganze Reihe von Dingen dann wirklich zutage kommt.

Ute Körner Also ich habe viele Patienten, die mehrere an Unverträglichkeiten und Allergien haben, sogenannte multiple Nahrungsmittelallergika. Da gehe ich ganz systematisch vor, indem ich erst mal eine gründliche Anamnese mache, mir die Befunde ansehe und dann, wenn ein konkreter Verdacht besteht, auch erst mal eine Auslass-Diät mit dem Patienten durchführe, dass durch ein Ernährungs-Symptom-Tagebuch überwache. Und dann sehe ich Aha, die Symptome sind verschwunden und wenn nicht, dann merke ich viel eher nach dieser Auslass-Diät. Was ist denn noch da? Worauf könnten die Symptome denn noch zurückzuführen sein? Das erfordert viel Erfahrung, weil man muss sich diese Tagebücher dann ganz genau angucken und genau wissen, welche Unverträglichkeiten und Allergien dahinterstecken könnten.

Anja Roth Also das heißt, bei einer Allergie ist wirklich absolutes Weglassen angesagt als Therapie-Option letztendlich. Oder heißt das ein bisschen kann ich doch noch?

Ute Körner Das kann man nicht mit ja und nein beantworten. Wenn ich jetzt mal die Allergie aufNüsse nehme, und zwar speziell auf Schalenfrüchte. Wenn ich jetzt ein Pollen-Allergiker bin, dann kann es sein, dass ich nur Haselnüsse nicht vertrage. Vielleicht auch noch die Walnüsse, die jucken mir im Mund. Da passiert in der Regel nichts Gefährliches. Es sei denn ich übertreibe es und nimmt eine ganze Handvoll. Da hatte ich auch schon Patienten mit sehr schwerer allergischen Reaktion. Auf einer Nuss rum, kaut und merkt es juckt und brennt im Mund oder schwillt ein bisschen an, sollte man die Finger davonlassen. Aber in gebackener Form geht es dann oft, weil die Allergene in der Haselnuss in diesem Fall Hitze empfindlich sind. Wenn ich aber jemand bin, der eine. Sogenannte primäre schwere Nuss-Allergie habe auf Haselnüsse. Dann sind andere Allergene verantwortlich, die stabil sind. Da kann ich auch keine Nuss essen und ich kann auch keinen Kuchen mit Haselnüssen essen, weil schon bei allerkleinsten Mengen es dann zu schweren allergischen Reaktionen kommen kann. Bis zum allergischen Schock.

Anja Roth Das ist ja so das Schlimmste, was einen ereilen kann. Genau jetzt sagen viele Menschen, dass sie auf Lebensmittel Bestandteile wie z.B. Laktose oder Fruktose halt reagieren. Mit Magen-Darm-Beschwerden reagieren. Ist das denn auch immer eine Allergie oder gibt es da noch mal Abgrenzung? Abgrenzung zu Unverträglichkeiten? Ich weiß natürlich, die gibt es, aber vielleicht erklärst du uns die noch.

Ute Körner Man unterscheidet Nahrungsmittelallergien von Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Von Nahrungsmittelallergien hat man schon gesagt. Immunsystem spielt eine Rolle. Kleinste Mengen schon zu schweren allergischen Reaktionen führen und es ist eben kaum Mengen abhängig. Also kleine Mengen spielen ja schon eine Rolle. Bei der Nahrungsmittel Unverträglichkeit spielt das Immunsystem keine Rolle. Es sind größere Mengen, die zu Symptomen führen. Ich habe mal eine ganz klare Abhängigkeit. Und nehmen wir mal das Beispiel Laktoseintoleranz. Da ist ein Enzym-System betroffen, die sogenannte Laktose. Laktose spaltet im Dünndarm den Milchzucker auf in zwei Zucker Bausteine. Und wenn dieses Enzym zu wenig vorhanden ist, meist aufgrund eines genetischen Defekts, dann kommt der Zucker in den Dickdarm und wird von den Bakterien vergärt. Reizt die Darmschleimhaut. Es kommt zu Blähungen und Durchfall. Ähnlich ist es bei der Unverträglichkeit Reaktion auf Fructose. Auch hier kein Immunsystem involviert, Mengen abhängig. Nur handelt es sich hier um einen Einfachzucker, der nicht gespalten werden muss. Aber hier ist im Grunde das gleiche Prinzip. Wenn zu viel davon aufgenommen wird, dann wird der Transporter, der den Fruchtzucker vom Darm ins Blut transportiert, überfordert. Und dann kommt der Fruchtzucker in den Dickdarm. Normalerweise sind Zucker nicht im Dickdarm. Die Bakterien, die freuen sich, die stützen sich auf den Zucker. Die vergären den Reizen, die Darmschleimhaut. Und auch hier dann wieder Bauchschmerzen, Blei, Bauch, Durchfall. Meistens aber auch mit einem gewissen zeitlichen Abstand. Weil der Fruchtzucker oder der Milchzucker müssen ja erst mal im Darm ankommen.

Anja Roth Ist der Weg zur Diagnose für so eine Unverträglichkeit, ähnlich wie der bei der Allergie? Wird es dann auch wieder machen? Mit Anamnese, also mit Ernährungs-Tagebuch und so weiter? Karenzphase? Läuft das ähnlich oder gehst du da ganz anders vor?

Ute Körner Es kommt darauf an, ob der Patient schon mal Verdacht darauf hat und damit erst mal zum Arzt gegangen ist. Meistens geht er zum Gastroenterologen, der macht ein Hr2 Atemtest. Das kann man auf Laktose Fruktose machen. Wenn ich die Patienten bei mir in der Praxis sehe und so ein Test liegt noch nicht vor, mache ich eine gründliche Anamnese. Genauso wie bei Allergien auch. Lasse ihn das Symptomtagebuch führen. Aber die Anamnese ist ganz entscheidend. Das heißt, ich frage ganz gezielt, was er selber beobachtet hat, was er meint oder was der Betroffene meint nicht zu vertragen und hat dann auch noch mal nach. Und dann kann man eben genauso wie bei Allergien gegebenenfalls erst mal einen Auslass-Versuch machen. Das ist bei Laktoseintoleranz nicht weiter kompliziert, weil es genug Alternativen gibt. Laktose, freie Lebensmittel statt frischer Milch nämlich, dann Laktose, freie Milch. Aber den Käse kann ich nach wie vor essen, weil der vor allem der Schnittkäse, eben auch Laktose arm ist.

Anja Roth Und bei der Fruktose? Kann ich gar kein Obst mehr essen? Das hört man immer wieder. Stimmt das? Kann man da gar kein Obst mehr essen?

Ute Körner Das kann man so nicht sagen. Auch hier ganz klar uMengenabhängig. Und es hängt davon ab, was ich denn noch am Tag esse. Ich sehe es bei meinen Patienten auch immer wieder sehr schön in den Tagebüchern. Gar nicht so sehr in der Erzählung, weil es ihnen oft nicht so bewusst ist, wenn sie ein paar Mal am Tag eine Saft-Schorle oder gar hundertprozentigen Saft trinken. Zum Beispiel Apfelsaft, dann zwei, dreimal mindestens Obst, weil es ja so gesund ist. Dann kann das zu viel sein an Fruktose. Fructose kommt vor allem in Säften und in Obst vor und auch in sogenannten Wellness-Produkten. Müsliriegel oder Wellness-Getränke. Das erkennt man auf der Zutatenliste. Wenn davon zu viel konsumiert wird, dann kommt es zu diesen Symptomen. Wenn ich aber einmal am Tag einen Apfel esse oder eine Apfelschorle oder eine Johannisbeere-Schorle oder noch besser Rhabarber-Schorle, die hat nicht so viel Fruchtzucker trinke, macht das in der Regel nicht so viel aus. Auch entscheidend in diesem Zusammenhang ist: Wie esse ich denn Fruchtzucker oder Milchzucker? Wenn ich beispielsweise ein Vollkornbrot esse mit Frischkäse drauf und ich habe eine Laktoseintoleranz, kann es aber sein, dass mir das gar nichts ausmacht, weil durch den Fettgehalt in dem Frischkäse und Eiweißgehalt wird die Aufnahme in den Darm vom Magen aus etwas gebremst und dann bitte das Enzym damit auch besser fertig. Die meisten Patienten in der Laktoseintoleranz können eine kleine Menge an Milchzucker vertragen. Bei Fructose ist es ähnlich. Wenn ich beispielsweise einen Saft trinke zum Frühstück und habe ein Müsli mit Milch und Nüssen, was das auch hier wieder mit Eiweiß und Fett. Dann wird der Fruchtzucker aus dem Saft quasi mit dem anderen Bestandteilen aus dem Essen vermischt und die Magenverweildauer verlängert. Und dann kommt der Fruchtzucker auch wieder nur ganz langsam in den Darm. Und dann wird der Transporter, der diesen Fruchtzucker von A nach B, also vom Darm in den Blut transportiert, nicht so schnell überfordert.

Anja Roth Es kommt also auf die Menge und auf die Kombination letztendlich dann richtig sehr an. Bei Süßstoff-Tabletten also kennen wir ja alle, die wir in den Kaffee oder Tee reinschmeißen. Da haben wir ja auch Laktose spielt eine Rolle, dass es da die Träger Substanz. Ich habe es auch extra noch mal nachgeguckt. Das ist in einer Tablette sind ungefähr null komma acht Milligramm Laktose drin. Trotzdem hört man immer wieder kann ich nicht nehmen, ich habe ja ein Lactose Problem. Was wird sie da sagen machen? Diese Mengen sind hier relevant.

Ute Körner Nein, gerade Lactose sagte ich ja schon, ist ganz stark abhängig und die meisten vertragen sowieso eine gewisse Menge. Ganz wenige vertragen so 3 Gramm Laktose nicht. Die meisten können bis zu 12 Gramm Laktose über den Tag verteilt aufnehmen. Nicht in einer Mahlzeit, aber über den Tag verteilt zu anderen Mahlzeiten oder mit anderen Mahlzeiten kombiniert. Und 12 Gramm Laktose sind in 240 Liter Milch drin. Das jetzt in Relation nehmen zu einer Süßstoff Tablette mit 0,8 Milligramm ist das fast nichts. Aus der Praxis kann ich noch hinzufügen. Ich habe ja auch Patienten, auch vor allem ältere Patienten, die sehr viele Medikamente nehmen müssen, wo auch Laktose drin ist.
Auch das ist in der Regel gar kein Problem.

Anja Roth Also da ist es nur als Träger-Substanz ist im kleinen Mengen drin.

Ute Körner Wenn Sie jetzt mehrere Medikamente auf einmal nehmen müssen, kann das vielleicht eine Rolle spielen.

Anja Roth Also das gleiche würde dann wahrscheinlich auch für die Flüssig-Süße gelten, wo die Fruktose drin ist. Auch da habe ich mich noch mal schlau gemacht. Da ist in ungefähr einem Milliliter Flüssig-Süße sind zwei Milligramm Fructose drin und das ist ja auch entsprechend. Da nimmt man jetzt auch nicht so wahnsinnig viel von. Also würde das gleiche gelten. Auch Mengen abhängig. Eigentlich kein Problem.

Ute Körner Ja, das ist ähnlich wie bei Laktose. Wir haben hier auch eine Mengen Abhängigkeit. Und dann nehme ich auch wieder ganz gern Vergleich aus dem Lebensmittelbereich. Mit hunderten Liter Apfelsaft nehme sind das rund 6,4 6,5 Gramm Fructose, einen Apfel etwa bei 5,5 Gramm und Erdbeeren, die wenig Fructose haben, liegen so bei 2,3 Gramm Fructose Gramm wohlgemerkt und nicht Milligramm, wie es jetzt in der Flüssig-Süße vorkommt. Zumal man ja von der flüssig Süße auch nur wenige Tropfen verwendet.

Anja Roth Also wirklich nur mengenabhängig. Ist es denn auch so, dass ab und zu neue Allergien dazukommen, die man jetzt zum Beispiel noch nicht kennt? Durch Umwelteinflüsse oder sonstiges?

Ute Körner Durch Umwelteinflüsse sehr wohl. Das bekannteste Beispiel sind die Ambrosia-Pollen, die viele Jahre überhaupt nicht hier im mitteldeutschen Raum existent waren. Die aus den südlichen Ländern eingeschleppt worden sind. Und mittlerweile haben wir auch im norddeutschen Raum Patienten, die auf Ambrosia-Pollen allergisch reagieren, oft mit einem schweren Asthma.

Sophie Samrock Was ist Ambrosia?

Ute Körner Ambrosia ist eine Beifuß verwandte Pflanze, die eigentlich zum Unkraut zählt.

Sophie Samrock Gibt es auch das im Nahrungsmittel Bereich?

Ute Körner In den letzten Jahren hat man zum Beispiel Fleisch-Allergien entdeckt. Bei der Fleisch-Allergie ist es so, dass jemand erst mal ein Zeckenbiss bekommt. Deswegen sind ganz besonders Jäger betroffen oder Menschen, vor allem jetzt unter Corona-Zeiten, die gerne wandern gehen und dann Insekten bis bekommen. Und wenn sie dann auch noch gerne Fleisch essen, dann können sie eine Fleisch Allergie entwickeln. Ich habe in den letzten Wochen einen Jäger gehabt, der sehr gerne Fleisch aß und natürlich durch seine Arbeit auch immer wieder Zeckenbiss bekam. Und der reagiert abends, wenn er Fleisch isst noch nicht, sondern in der Nacht erst mit einer Nesselsucht. Utikaria nennt man das auch. Und manchmal wird ihm auch richtig schwindelig dabei. Und das hat er auch nicht jedes Mal. Das macht die ganze Sache so kompliziert, sondern es hängt davon ab, wie er das Fleisch ist, als ob das nur so halb roh ist, ob das und die Menge ist auch sehr entscheidend. Und das muss man noch dazu sagen, ob er jetzt Schweinefleisch, Rindfleisch oder Wild oder Geflügel isst. Nun, als Jäger ist er ja mehr ersteres. Aber dieser arme Mensch muss wirklich auf Geflügelfleisch ausweichen, weil dieses Allergen in Säugetierfleisch enthalten ist. Das nennt man Alpha-Gal. Das kommt in Schweinefleisch vor, in Rindfleischaber eben nicht in Geflügel. Natürlich auch nicht in Fisch.

Anja Roth Du bist ja auch spezialisiert auf das Gebiet, du hast auch extra noch mal Ausbildung gemacht. Also Ökotrophologin bin ich auch aber ich habe bei weitem nicht so viel Ahnung von Allergien wie du. Also wo siehst du da jetzt noch mal richtig deinen Job halt. Also was ist das Wichtige daran? Was musst du noch mehr wissen, als ich jetzt weiß? Zum Beispiel?

Ute Körner Also wenn man als Ökotrophologin sich Patienten widmen möchte, die Allergien haben und Unverträglichkeiten, dann sollte man sich in der Tat darauf spezialisieren. Und das ist auch innerhalb dieser Allergien und Unverträglichkeiten ein sehr weites Feld und
erfordert wirklich sehr viel Spezialwissen.

Anja Roth Und ich glaube, du musst auch ein richtiger Detektiven sein.

Ute Körner Genau. Also ich gucke mir an, ich frage ganz gezielt nach, wenn mir der Patient berichtet, er würde das und das nicht vertragen. Frage ich Wann ist das aufgetreten? In welchem Zusammenhang? Also diese Anamnese, die Allergie-Anamnese ist unheimlich wichtig und aber auch hier von Unverträglichkeiten zu unterscheiden. Das erkenne ich zum Beispiel an der Art der Symptomatik, an der Menge, die verzehrt wurde. Das spielt alles eine Rolle. Und Patienten, die sagen Ja, ich kann diese eine Nuss vertragen, die andere nicht. Dann empfehle ich auch diese Nuss, die Sie vertragen, auch weiter zu essen, um die Toleranz zu erhalten. Also hier hat sich auch viel getan in den letzten Jahren. Nicht immer nur gilt das Prinzip Alles oder nichts weglassen oder erlaubt, sondern es gibt ganz feine Abstufungen. Die sind individuell auch sehr unterschiedlich und darauf gehe ich ein. Außerdem halte ich es für sehr wichtig für den Betroffenen, dass er auch Alternativen kennt, das er nicht nur erfährt, was er weglassen muss, sondern was er stattdessen essen kann und wie er sich damit ausgewogen ernährt.

Anja Roth Ja, ich denke auch ich habe das Gefühl, dass das so ein Hauptpunkt in unserem Job ist, den Speiseplan groß zu halten und nicht alles zu verbieten, weil Verbote sind immer schnell ausgesprochen. Aber dann die entsprechenden Alternativen zu finden und trotzdem noch bunt aussehen zu lassen den Speiseplan. Also ich glaube das ist ein richtig richtig intensives Thema, das du da besetzt mit den Allergien. Und superwichtig, ich kann es nicht. Absolut nicht. Da braucht man wirklich ganz viel Spezialwissen. Also vielen Dank, dass du uns das hier nahegebracht hast.

Ute Körner Gerne hatten wir auch viel Spaß gemacht. Danke für die Einladung.

Sophie Samrock Sehr schön, das freut uns. Dann kommen wir jetzt zu unserem Faktencheck. Fakt 1: Eine Allergie ist eine Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems auf an sich harmlose Substanzen aus unserer Umwelt, zum Beispiel Pollen oder Nahrungsmittel. Bei Verdacht sollte man sich auf jeden Fall an einen Allergologen und eine allergologisch spezialisierte Ernährungs-Fachkraft wenden. Zweiter Fakt: Es gibt Unterschiede zwischen Allergien und Unverträglichkeiten. Zum Beispiel ist bei einer Allergie das Immunsystem involviert und bei einer Allergie reichen schon kleinste Mengen aus. Bei Unverträglichkeiten können die Mengen deutlich größer sein. Dritter Fakt: Bei Süßstoff sind allergische Reaktionen im klassischen Sinne nicht möglich. Es können sehr selten pseudo allergische Reaktionen auftreten. Dann hoffen wir ihr konntet ihr aus dieser Folge mitnehmen. Zum Thema Allergien, Frau Körner, nochmal vielen Dank für die Einblicke.

Ute Körner Vielen Dank ebenfalls für die Einladung. Ich wünsche allen Gesundheit und viel Spaß bei diesem Podcast.

Sophie Samrock Danke! Und dann bis zum nächsten Mal. Tschüss!